Angeln an breiten Flüssen bei Niedrigwasser, Ron Lees gibt Tipps

Angeln an breiten Flüssen bei Niedrigwasser, Ron Lees gibt Tipps

Artikel von Angelstunde in Gewässerkunde

Fluss-Experte Ron Lees erklärt hier, weshalb man auf das Angeln an breiten Flüssen bei Niedrigwasser nicht verzichten sollte

Angeln an breiten Flüssen bei Niedrigwasser. Längere niederschlagsfreie Phasen laufen gewöhnlich auf einen niedrigen Wasserstand hinaus, doch auf die Fangergebnisse muss sich das nicht unbedingt negativ auswirken. Fische müssen immer fressen, um zu überleben. Sie im Sommer aufzuspüren ist häufig einfacher als man annehmen sollte.

 

Angeln an breiten Flüssen bei Niedrigwasser, Ron Lees gibt Tipps



Angeln an breiten Flüssen bei Niedrigwasser, Vorbereitung:

Der Angler muss sich schon zu Hause entscheiden, auf welche Fischart er angeln
möchte und sich Angelplatz, Ausrüstung und Köder entsprechend aussuchen.
Warum sollte man schwere Taschen mit Lockfutter mitschleppen, wenn man es nur auf Rotaugen abgesehen hat?

 

Angeln an breiten Flüssen bei Niedrigwasser, Ron Lees gibt Tipps

In der Gluthitze der Mittagsstunden wartet ein Angler am Flussufer geduldig auf Döbel und Barben. Diese Fische stören sich überhaupt nicht am Niedrigwasser.

 

Angeln an breiten Flüssen bei Niedrigwasser. Tief oder flach?

Auch bei Niedrigwasser muss man zwischen tiefen und flachen Stellen unterscheiden. Wer einen gemütlichen Tag verbringen und Brassen fangen möchte, sollte sich an die tieferen Stellen halten – hier stehen die Brassen im Sommer bei Niedrigwasser dicht an dicht. Wer lieber auf Döbel oder Barben gehen möchte, sollte die schnelleren Abschnitte von Flüssen aufsuchen.

 

Angeln an breiten Flüssen bei Niedrigwasser, Ron Lees gibt Tipps

Ron Lees mit einer schönen Strecke von Barben und Rotaugen, bei Niedrigwasser direkt unter der Rutenspitze gefangen. Das Niedrigwasser erleichtert das Auffinden der Fische. Häufig treten sie nämlich in bestimmten Bereichen konzentriert auf. Etwa wie hier an tieferen Stellen in Ufernähe; stets ein Hinweis auf einen potentiellen Standplatz von Barben und Rotaugen.

 

 

Angeln an breiten Flüssen bei Niedrigwasser. Goldene Regel

Als goldene Regel beim erstmaligen Fischen an einer unbekannten Flussstrecke: Beobachten Sie erst einmal einige Minuten lang die Wasseroberfläche. Dabei muss man besonders auf dunkle Bereiche zwischen Laichkrautbetten achten – natürliche Standplätze für Döbel und Barben. Sie bilden auch gerne Schwärme im sauerstoffreichen Wasser unterhalb der Furten.

Bei einer ruhigen Wasseroberfläche ist das Wasser tiefer. Dort findet man die Brassen Schwärme, Rotaugen und großen Barben.

 

Angeln an breiten Flüssen bei Niedrigwasser, Ron Lees gibt Tipps

Viele Döbel halten sich gern in schneller Strömung auf, allerdings nicht in den Wirbeln unterhalb eines Wehrs. Dieser junge Angler wusste offensichtlich, wo er die Döbel zu suchen hatte.

 

Wehrkessel sind beliebte Stellen

Wehrkessel sind im Sommer bei Niedrigwasser beliebte Stellen für die zäheren Fischarten. Barben, Hechte, Döbel, Barsche und Karpfen bewohnen gemeinsam die Wehrkessel. Diese sind immer kühler und sauerstoffreicher als die anderen Flussabschnitte.

Barben kann man direkt unter der Wehrkante fangen. Bietet man etwas Frühstücksfleisch oder einige Maiskörner an der Grundangel an, wird sich die Rute schon bald vor einem guten Fisch verbeugen. Im ruhigen Wasser der Randbereiche warten Hechte und Barsche auf leichte Beute. Ein kleiner toter Köderfisch kann dann schnell zum Erfolg führen. Doch gehen Barsche auch ziemlich gierig auf kleine Spinner los.

Döbel Schwärme halten sich zwar nicht direkt im Wehrschuß, aber doch im schnelleren Wasser auf. Ein daumennagelgroßes Stückchen Brot, am 6er Haken unter einer Balsapose angeboten, wird seine Wirkung kaum verfehlen.

 

Angeln an breiten Flüssen bei Niedrigwasser, Ron Lees gibt Tipps

An flachen Flüssen, wo man problemlos bis auf den Grund schauen kann, nutzen Döbel und Barben die Laichkrautbetten und tiefen Löcher im Flussbett außerordentlich geschickt als Deckung.

 

Der Sommer ist für Flussbrassen die beste Fangsaison,

erst recht bei Niedrigwasser. Ein kräftiger Wind wirkt sich günstig aus. Brassen sind träge Fische und halten sich meist in den ruhigen Flussbereichen außerhalb der starken Strömung auf. Man sollte auf Stellen achten, wo der Fluss sich weitet, denn dort ist er häufig am tiefsten. Flussbrassen brauchen Zeit, bis sie ohne jedes Misstrauen fressen, man muss Geduld mitbringen.

Als Fangmethode haben sich allgemein ein mit Lockfutter gefüllter Swimfeeder  und ein Caster oder eine Made als Hakenköder durchgesetzt, was nicht ganz so aufregend ist wie das Fischen mit einem Gleit-Waggler.

 

Angeln an breiten Flüssen bei Niedrigwasser, Ron Lees gibt Tipps

An Flussabschnitten, wo es weder Büsche noch hohes Gras als Deckung gibt, kann man das Angeln bei extremem Niedrigwasser vergessen.

 

Angeln an breiten Flüssen bei Niedrigwasser. Döbel:

Niedrigwasser bedeutet schwächere Strömung und damit weniger natürliche Nahrung. Häufig findet man Döbel am Randbereich der tieferen Flussstellen auf der Suche nach ins Wasser gefallenen Larven, Insekten und Würmern. Auch sind Stellen mit überhängenden Zweigen immer einen Versuch wert sowie Abschnitte mit einem Teppich aus treibenden Pflanzenteilen an eintauchendem – Astwerk.

An mäandernden Flüssen sind tiefe Stellen mit hoher Uferböschung interessant. Hier hat die Strömung kleine Höhlen aus dem Flussbett gespült, die der Döbel liebt. Diesem Fisch ist es ziemlich egal, was er zu fressen bekommt – jeder Köder ist gut geeignet -, aber häufig fressen Döbel direkt unter der Wasseroberfläche, die bei jeder neuen Madenladung in Wallung gerät.

 

Angeln an breiten Flüssen bei Niedrigwasser, Ron Lees gibt Tipps

Sie sind irgendwo dort draußen. Wahrscheinlich im tiefen Wasser auf der anderen Seite, gleich unter den Bäumen.

 

Rotaugen:

Herbst und Winter sind bewährte Fangzeiten für Rotaugen, man trifft sie aber auch im Sommer an. Rotaugen ziehen gerne umher, und man findet sie praktisch überall. Außer vielleicht in den ganz schnellen Rauschen oder der Hauptströmung der Wehrkessel.

Im Sommer fressen Rotaugen mit Vorliebe den grünen, Algen ähnlichen Bewuchs, der sich an den ruhigeren Flussabschnitten am Grund festsetzt. Auch wenn man diesen Bewuchs nicht mit einem Köder nachahmen kann, ist er immerhin ein deutlicher Hinweis auf Rotaugen.

Hier bietet man Hanf– oder Wicken Samen als Hakenköder und Lockfutter an.

 

Angeln an breiten Flüssen bei Niedrigwasser, Ron Lees gibt Tipps

Wo das Ufer von einer nicht übermäßig starken Strömung ausgespült ist, kann man ziemlich sicher mit Döbeln rechnen.

 

Barben bei Niedrigwasser auszumachen, ist nicht sonderlich schwierig.

Mit ihrem torpedoförmigen Körperbau fühlen sich diese Fische auch in der schnellsten Strömung eines Wehrkessels wohl. Kapitale Barben werden zunehmend träge und ziehen sich ins ruhigere tiefe Wasser zurück. An tiefen Uferstellen mit-großen Barben trifft man auch Rotaugen an.

Mit einem an der Stickpose über einem Hanf Bett abtreibenden Caster Iassen sich mit etwas Geschick sowohl Rotaugen als auch Barben fangen.

 

Angeln an breiten Flüssen bei Niedrigwasser. Hechte

Hechte – und hier nur Rogner, halten sich im Sommer im Wehrkessel auf, wo sie nach dem Laichgeschäft wieder zu Kräften kommen. Kleinere Grashechte findet man in Buchten und tieferen Löchern in Ufernähe. Manchmal kann man mit einem langsam geführten Löffel den Fisch zum Anbeißen reizen, aber ein frisch abgetöteter Hasel ist – an der Grund- oder Posenangel angeboten – ein ausgezeichneter Köder.

 

Aale

Aale werden bei Niedrigwasser von Spezialisten häufig in erstaunlichen Stückzahlen gefangen. Auch die Größe der Sommer-Aale kann respektabel sein.

Wichtig bei Niedrigwasser: Fischen Sie auf Aal im Mittelwasser. Eine Posenmontage ist für einen Tau Wurm gut geeignet. Würmer lassen sich im Sommer extrem erfolgreich mit zusätzlichen Lockstoffen präparieren. Aale können jetzt auch in der Flussmitte mit Gleitposen-Montagen gefangen werden.

Heißer Tipp: Fischen Sie auf die oben beschriebene Weise in der Mittagshitze. Sie werden staunen.

 

Brotkruste

Lässt man im Sommer in der Abenddämmerung ein Stückchen Brotkruste unter die überhängenden Äste treiben, kann man oft die wirklich großen Döbel überlisten. Ganz gleich, wie niedrig das Wasser ist.

 

Nachtangeln

Wenn das Wasser in den heißen Monaten sehr niedrig ist, empfiehlt es sich, nachts zu angeln. Während der Mittagshitze sind die Fische häufig beissfaul und sonnen sich lieber an der Oberfläche. Etwa eine Stunde nach Einbruch der Dunkelheit gehen sie dann aber sogar im flachen Wasser oft unbekümmert auf Futtersuche.

 

Hinauswaten

Bei Niedrigwasser sind die tieferen Rinnen und Löcher auf der anderen Seite des Flusses manchmal schwer zu erreichen. Die Lösung heißt dann ganz einfach Waten – aber nur, wo es nicht gefährlich ist.

 

Angeln mit dem Skizzenblock

Bei Niedrigwasser sollte man mit Skizzenblock und Fernglas Gewässer-Zeichnungen anfertigen, etwa um hängerträchtige Stellen oder die Form einer Sandbank zu notieren. Bei normaler Wasserführung leisten diese Skizzen gute Dienste. Um eine solche Karte in der Praxis sinnvoll nutzen zu können, muss man zwei Grundregeln beachten:

1. Immer eine exakte Peilung notieren. z. B. eine Kirchturmspitze

2. Entfernung muss genau festgehalten werden. z. B. 25 große Schritte bis zum Hindernis = 22 Wurfmeter. Später mißt man die 22 m Schnur ab und markiert sie mit wasserfestem Stift („Edding“). Will man an einer 22 m entfernten Baumwurzel einen Blinker vorbeiziehen: das Ziel stromauf überwerfen, bis Markierung einziehen und den Blinker auf die Wurzel zutreiben lassen.

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